BS1 - 10. Lohnabrechnung

Lohnabzüge

LohnBeispiele
GrundlohnZeitlohn (normalerweise), Akkordlohn
+ Zulagen (in Euro)Kassenzulage, Schmutzzulage, Schichtzulage
+ Zuschläge (in %)Überstunden
+ sonstige finanzielle Leistungenvermögenswirksame Leistungen
= Bruttolohn
- Lohnsteuer gesetzlicher Abzug
- Kirchensteuer gesetzlicher Abzug
- Solidaritätszuschlag gesetzlicher Abzug
- Krankenversicherung gesetzlicher Abzug
- Pflegeversicherung gesetzlicher Abzug
- Arbeitslosenversicherung gesetzlicher Abzug
- Rentenversicherung gesetzlicher Abzug
= Nettolohn

Merke: Bruttolohn - gesetzliche Abzüge = Nettolohn


Erstellung einer Lohnabrechnung

Beispiel

Die alleinstehende 25-jährige Aushilfskraft Lisa Müller wohnt und arbeitet in Freiburg. Sie hat einen Stundenlohn von 9,50 Euro. Im letzten Monat arbeitete sie 168 Stunden. Zusätzlich leistete sie 8 Überstunden, die mit 25 % Zuschlag vergütet werden. Außerdem erhielt sie eine Kassenzulage von 35 Euro.

a) Wie hoch ist ihr Bruttolohn?

b) Berechnen Sie den Nettolohn, indem sie folgende Abzüge berücksichtigen:

  • Lohnsteuer 132,83 Euro
  • Solidaritätszuschlag (5,5 % der Lohnsteuer)
  • Kirchensteuer (8 % der Lohnsteuer)
  • Krankenversicherungsbeitrag 14,6 % (die Krankenkasse erhebt einen Zusatzbeitrag von 1,1 %)
  • Pflegeversicherungsbeitrag 2,55 % (Kinderlose Arbeitnehmer zusätzlich 0,25 %)
  • Arbeitslosenversicherungsbeitrag 3,0 %
  • Rentenversicherungsbeitrag 18,7 %.

c) Wie hoch ist der ausgezahlte Lohn, wenn ihr noch 35 Euro für einen vermögenswirksamen Sparvertrag abgezogen werden?

d) Berechnen Sie ihren Nettolohn, wenn der Mindestlohn auf 15 Euro ansteigt. (Geänderte Angaben: die Lohnsteuer steigt auf 237,66 Euro)


Wirtschaftliche Aspekte der Entlohnung

Lohnzusatzkosten

Lohnzusatzkosten

Lohnzusatzkosten sind Kosten, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn des Arbeitnehmers aufbringen muss.
Beispiele:

  • Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung
  • Urlaub
  • Lohnfortzahlung bei Krankheit
  • usw.

Welche Gefahren sehen Sie in steigenden Lohnzusatzkosten?

  • Preissteigerungen
  • Gefährdung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
  • Unternehmen rationalisieren, um Arbeitsproduktivität zu erhöhen
  • Betriebe werden ins Ausland verlagert
    Folge: höhere Arbeitslosigkeit

Nominal- und Reallohnentwicklung

Nominallohn - Preissteigerungen = Reallohn

Nominallohn = der Betrag, den jemand netto verdient

Reallohn = zeigt die wirkliche Kaufkraft, da er um die Preissteigerungsrate vermindert wurde

Zusammenfassung Video

Das Video erklärt den Unterschied zwischen nominalen und realen Größen, ein zentrales Konzept im Wirtschafts- und Volkswirtschaftsunterricht. Nominale Größen sind Werte, die nicht um Preisveränderungen bereinigt sind; sie zeigen den absoluten Betrag zu einem bestimmten Zeitpunkt, z. B. das nominale Bruttoinlandsprodukt eines Jahres ohne Berücksichtigung von Inflation oder Deflation. Reale Größen hingegen werden preisbereinigt, um die Auswirkungen von Preisänderungen herauszurechnen. Dadurch lässt sich besser erkennen, ob z. B. eine tatsächliche Menge gewachsen ist oder ob der Unterschied nur auf Preissteigerungen beruht. Ein typisches Beispiel ist der reale Lohn, der angibt, wie viel ein Arbeitnehmer tatsächlich kaufen kann – also die Kaufkraft –, im Unterschied zum nominalen Lohn, der lediglich den Betrag angibt, den er in Euro erhält. Die Unterscheidung hilft, wirtschaftliche Entwicklungen über die Zeit vergleichbar zu machen, weil sie Preisverzerrungen ausschaltet und so echte Leistungsänderungen sichtbar macht.

Aufgabe

Wie verändert sich der Reallohn bei den nachfolgenden Beispielen?

BeispielVeränderung des Reallohns
Die Preise steigen um 5 %, der Nominallohn steigt um 6 %
Die Preise steigen um 4,5 %, der Nominallohn steigt um 3,5 %
Die Preise sinken um 0,5 %, der Nominallohn steigt um 2 %
Die Preise bleiben unverändert, der Nominallohn steigt um 3 %
Die Preise steigen um 6 %, der Nominallohn steigt um 4 %
Die Preise steigen um 4 %, der Nominallohn bleibt unverändert

Die Lohn-Preis-Spirale

Fall

Die Bäckerei-Kette „Kornzeit“

Stell dir vor, die Bäckerei-Kette „Kornzeit“ beschäftigt viele Mitarbeiter, darunter Verkäuferinnen, Bäcker und Reinigungskräfte. Die Lebenshaltungskosten – z. B. für Strom, Miete und Lebensmittel – steigen spürbar. Die Mitarbeiter fordern deshalb mehr Lohn, um sich das Leben weiterhin leisten zu können.

1. Löhne steigen:
Nach Verhandlungen mit der Gewerkschaft erhalten die Mitarbeiter mehr Gehalt.

2. Preise steigen:
Die höheren Löhne bedeuten für „Kornzeit“ höhere Kosten. Um weiterhin Gewinn zu machen, erhöht die Bäckerei die Preise für Brot, Brötchen und Kuchen.

3. Lebenshaltungskosten steigen:
Jetzt müssen die Kunden mehr für ihr Frühstück bezahlen – das trifft auch wieder die Beschäftigten in anderen Branchen. Sie fordern nun ebenfalls höhere Löhne, weil ihr Geld nicht mehr reicht.

4. Neue Lohnrunde beginnt:
Steigen auch dort die Löhne, müssen auch andere Unternehmen ihre Preise erhöhen.

Die Spirale dreht sich weiter.

Merke
Die Lohn-Preis-Spirale beschreibt den Teufelskreis aus steigenden Löhnen und steigenden Preisen, der sich gegenseitig immer weiter antreiben kann – oft begleitet von Inflation.

Preis-Lohn-SpiraleLohn-Preis-Spirale
Die Gewerkschaften sind der Meinung, dass…Die Arbeitgeber vertreten die Ansicht, dass…
die steigenden Preise die Ursache sind für Lohnerhöhungen.hauptsächlich die höheren Löhne die Ursache sind für Preiserhöhungen.
steigende Preise geringere Kaufkraft Lohnforderungen höhere Löhne größere Nachfrage und gestiegene Kosten steigende Preisehöhere Löhne größere Nachfrage und gestiegene Kosten steigende Preise geringe Kaufkraft Lohnforderungen höhere Löhne